Kulturreise Polen 2013

Erschöpft, aber voller Eindrücke über das Erlebte, traf die Reisegruppe des Freundeskreises Szczytno-Herten am Dienstag den 02.07.2013 um 19.00 Uhr in Herten ein. Über 3000 km lagen hinter den Teilnehmern der Kulturreise durch Polen.
Sie erlebten ein Land mit einer tausendjährigen Geschichte, ein Land mit reicher Tradition und einem beeindruckendem Kulturgut. Ein Land mit wunderbaren Landschaften sowie einer ausgesprochen großen Gastfreundschaft.
Bei der Fahrt durch unser östliches Nachbarland begegnete die Gruppe historischen Hinterlassenschaften aus 1000 Jahre polnischer Geschichte, 750 Jahre preußischer Geschichte und 45 Jahre kommunistischer Geschichte. Deutlich spür- und sichtbar ist  inzwischen der demokratische Aufbruch nach Europa, der 1990 begann. Unsere Exkursion begann in Posen, eine der ältesten Städte Polens. Die Führung begann mit der Besichtigung der Kathedrale auf der Dominsel. Das Alte Rathaus sowie der Alten Markt hat es den Besuchern besonders angetan. Nach dem Verlassen der beeindruckenden und sehenswerten Altstadt steuerte der Bus mit seinen Insassen Polens Hauptstadt Warschau an. Hier waren zwei Tage Aufenthalt eingeplant.

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Die im 2. Weltkrieg fast völlig zerstörte und wieder aufgebaute Stadt präsentiert sich dem Betrachter als pulsierende Großstadtmetropole mit ca. 1,7 Mio. Einwohnern.
Inmitten der Stadt ragte ein imposantes Bauwerk aus Sowjetzeiten, der 1955 errichtete Kulturpalast, in den Himmel. Viele monumentale Wolkenkratzer kennzeichnen die heutige Großstadt. Aber auch der alte Bereich ist wieder aufgebaut. So wurden die Altstadt, das Königsschloss sowie der Königsweg mit seinen prächtigen Bauten besichtigt. Bei der Stadtrundfahrt begegneten die Businsassen vielen geschichtlichen Begebenheiten.
Der Gettoaufstand und der Warschauer Aufstand waren dabei wichtige Themen.
So war es selbstverständlich am Mahnmal zum Gedenken des Aufstandes im Warschauer Ghetto ein Stopp eingelegt. Auch das Denkmal zum Kniefall Willi Brands wurde besichtigt. Bei einer Wanderung durch den Lazienski Park erholten sich die Teilnehmer von der Vielfalt der Informationen und schöpften Kraft für weitere Besichtigungen. Das Programm war so angelegt, dass alle Beteiligten die Möglichkeit hatten die Stadt auf „eigene Faust“ zu entdecken.
Am Donnerstag ging es in unsere Partnerstadt Szczytno, in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Kurz hinter der Stadt Opalenietz (früher Flammberg) hielt der Bus an, die Reisenden stiegen aus, sangen das Steigerlied und tranken einen Wodka.
Die Botschafter aus Herten hatten masurischen Boden betreten. Nach dem Ritual ging es weiter in Richtung Partnerstadt.
Angekommen besichtigten die Gäste aus Herten das Rathaus, die Burgruinen und weitere Einrichtungen in der Stadt. Dazu gehörte eine von den polnischen Naturfreunden zusammengestellte Ausstellung mit dem Thema: „Wiederherstellung der Natur“. Beteiligt an dieser Aktion war auch unser Freundeskreis mit über 20 Hertener Bilder, die von Udo Kirchhoff fotografiert und persönlich nach Szczytno gebracht worden waren.
Der am Abend vorgesehene Grillabend am großen Haussee unter Beteiligung der Freunde aus unserer Partnerstadt entwickelte sich zu einem wunderbaren, gemeinsamen Abend. Zur Begrüßung der Bürgermeisterin Danuta Gorska hatte die Reisegruppe ein polnisches Lied einstudiert und vorgetragen, was zur Vertiefung der gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen beitrug.
Über den Gesangesvortrag in Polnisch war die Bürgermeisterin sichtlich berührt und erfreut.
Krakauer Grillwurst und andere schmackhafte Grillspezialitäten sowie polnisches Bier und (nicht zuletzt) schmackhafter Wodka, steigerten das Wohlbefinden der Teilnehmer. Am (sehr) späten Abend zogen sich die Gäste aus Herten zurück, da sie am nächsten Morgen eine Masurenfahrt mit dem Besuch der Wolfschanze und der Feste Boyen (bei Lötzen) vor sich hatten.
Der Abschied von Szczytno viel allen „ein wenig schwer“, doch das Hotel in Leba an der Ostsee war gebucht und wartete auf uns.
Die lange Fahrt durch die wunderbare Landschaft wurde in dem am Frischen Haff gelegenen Frauenburg für einige Stunden unterbrochen. Ziel war die Besichtigung des gotischen Doms. Hier lebte viele Jahre Nikolaus Kopernikus, hier „hielt er die Sonne an“ und bewies, dass sich die Erde um die Sonne dreht.
Ein halbstündiges Orgelkonzert begeisterte die im Dom verweilenden Reisenden.
Vom Domhügel aus ermöglichte sich den Betrachtern bei schönstem Wetter ein wunderbarer Blick über das Haff und die Weichselnehrung. 
Im Park des Städtchens erinnerte ein Gedenkstein an die 450.000 ostpreuschische Flüchtlinge, die im 2. Weltkrieg über das Haff und die Nährung flüchteten, von denen viele dabei ums Leben kamen.
Mit diesen Eindrücken „im Gepäck“ wurde die Reise in Richtung Leba / Ostsee, vorbei an Elbing und Danzig, fortgesetzt.
Der Reisegruppe blieb wenig Zeit zum Erholen, da am nächsten Tag der Besuch der Wanderdünen im Slowinski-Nationalpark auf dem Programm stand.
Bei heiter bis wolkigem Wetter wurden die Teilnehmer mit kleinen Elektrofahrzeugen zur etwa 20 km entfernten Wanderdüne gebracht. Eine bizarre aber auch schöne Dünenlandschaft mit Blick auf die Ostsee tat sich den Betrachtern auf. Eine beeindruckende Begegnung mit der „launischen“ Natur.
Bei den „langen“ Fahrten durch Polen kam nie Langeweile auf. Ein tägliches „Bus-Kulturprogramm“ mit  Geschichten aus Herten und gesungenen Liedern lockerte die Stimmung auf. Auch die zahlreichen Storchennester, besonders in Masuren, erregten die Aufmerksamkeit der Vorbeifahrenden.
Über Swienemünde, in dem sich die Teilnehmer der Reisegruppe von den „Strapazen“ der informativen Kulturreise durch Polen ein wenig erholen konnten, ging es dann am Dienstag, an Berlin und Magdeburg vorbei, in Richtung Heimat.

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